Ziel Gold - Aktuelles von Golf und Natur

„Golf und Natur“ ist ein Programm, welches unterschiedliche Gesichtspunkte des Betriebs einer Golfanlage zusammenfasst und so, neben der reinen Entwicklung von Biotopen und Schutzzonen, auch den Umgang mit Pflanzenschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheit prämiert.

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen, in regelmäßigen Abständen, aktuelle News und Projekte zu diesem Thema präsentieren. 

Heute wollen wir Ihnen dabei zunächst mal wieder ein klassisches Projekt der Artenvielfalt vorstellen, welches sich jenseits des Platzes in den Knicks und Nebenflächen des Clubs entwickelt. Im Winter haben wir unter anderem mehrere kranke und sturmgeplagte Bäume fällen müssen, deren Holz einer kommerziellen Nutzung nicht mehr zugänglich war. Hervorzuheben sind hier Pappeln, ein klassisches Weichholz. Die zum Teil stark angegriffenen Bäume sind aus Sicherheitsgründen entfernt worden, ihr Holz allerdings findet seinen Platz neben der Anlage in ungenutzten Bereichen. Dort haben unsere Mitarbeiter die auf ca. 3 Meter gekürzten Teile der Stämme aufgeschichtet und überlassen sie nun dem natürlichen Verfall.

Auf diese Art und Weise schaffen wir „Insektenhotels“ der besonderen Größe. Der Lebensraum „Totholz“ lockt eine Vielzahl von Bewohnern an, die in der modernen, aufgeräumten Kulturlandschaft kaum Platz finden. Allein in Mitteleuropa sind 1.400 Käferarten in ihrer Lebensweise eng an Totholz gebunden. Für solitäre Wildbienen und Wespen sind vor allem die Arten interessant, deren Larven Gänge in das Totholz nagen, wie z. B. die Bockkäfer. Die nach dem Schlüpfen der Käfer verlassenen Fraßgänge stellen einen sehr begehrten Nistraum dar. Unsere „XXL-Hotels“, sozusagen 5-Sterne deluxe, sollten dabei besonderes Interesse hervorrufen.

Alleine schon die bewusst gewählte Platzierung der Stümpfe mit Südauslage neben Bahn B5, erlaubt den Insekten, auf der warmen Südseite ein angenehmeres Leben zu führen. Der Zersetzungsprozess wird über die kommenden Jahre unterschiedliche Spezies anlocken, so dass unser Platz einmal mehr für gefährdete Arten ein Lebensraum wird.

Wir hoffen, nun insbesondere die Wildbienen anzulocken. Dabei müssen Sie sich als Golferin oder Golfer zunächst einmal keine Sorgen machen. Die Wildbiene lebt solitär und vorsichtig, Stechfreude ist ihr nicht nachzusagen. Vielmehr sorgt sie für Bestäubung und ist in städtischen Lebensräumen fast verschwunden. Um ihr ausreichend Nahrung zu verschaffen, ist neben Bahn A2 im vergangenen Jahr ein Hektar Blühfläche entstanden, die nunmehr auf der anderen Seite der Bahn Richtung Driving Range auf einigen 100 qm Erweiterung gefunden hat. Leider sieht man dort noch relativ wenig, da der kalte Frühling kein besonderes Wachstum gefördert hat. Wir hoffen auf den Sommer.

Auch in den kommenden Jahren wollen wir auf und neben unserer für den Golfsport hoffentlich immer exzellent präparierten Golfanlage für einheimische Arten sorgen, die so in aufgeräumten städtischen Lebensräumen keinen Platz mehr finden. Golf und Natur ist eben kein Widerspruch, sondern gelebte ökologische Vielfalt auf einem vor moderner Entwicklung und Versiegelung sicheren Gelände, welches über den Zeitraum von Generationen seinem Hauptzweck Golf dienlich und seinem Nebenzweck Natur nützlich ist.